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Altstädter Ring nach einem Stich von 1839


Stargard wäre auch dann einen Besuch wert, wenn die einzigen Sehenswürdigkeiten der Stadt ihre Kirchen wären. Besonders beachtlich sind die Stiftskirche der heiligen Jungfrau Maria, die eine der schönsten gotischen Gotteshäuser in Polen ist und mit ihrer unübertroffenen Harmonie beeindruckt, sowie die emporragende Kirche des heiligen Johannes des Täufers.
Die Geschichte des Christentums und der Kirchen in Stargard reicht fast 900 Jahre zurück. Alles begann mit der ersten Pommernmission des heiligen Otto I. von Bamberg im Jahr 1124, die vom polnischen Herzog Boleslaw III. Schiefmund angeregt wurde. Über neun Jahrhunderte hinweg wurden in der Stadt 20 Kirchen und Kapellen errichtet. Diese Zahl beinhaltet nicht die an der gleichen Stelle erbauten Gotteshäuser, die Jerusalemkapellen und zwei Synagogen, die nur von Stichen, Plänen oder vom Namen her bekannt sind. In den Quellen gibt es keine Berichte über vorchristliche Tempelbauten in Stargard.
Als erstes Stargarder Gotteshaus, das um 1200 errichtet wurde, gilt die heute nicht mehr erhaltene Kirche, die 2006 bei archäologischen Ausgrabungen in der Straße Wita Stwosza entdeckt wurde. Am Standort dieses Bauwerks wurde später die Klosterkirche der Augustiner innerhalb der Marktsiedlung erbaut. Als älteste Kirche galt bisher die Kirche St. Martin, die zwischen dem Kornspeicher und dem Mühlentor situiert war. Im 3. Viertel des 13. Jh. wurden zwei Klosterkirchen errichtet. Das Johanniter-Gotteshaus, das Johannes dem Täufer (seit 2003 Stadtpatron) gewidmet ist, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Stadtkirche. Die zwischen 1819 und 1820 abgerissene Augustinerkirche diente seit der Reformation den calvinistischen Gemeinden. Dieses Gotteshaus wurde an der Stelle der ältesten Kirche eingerichtet und war später für die „klangvollste Orgel Pommerns“ bekannt. Im Jahr 1292 wurde auf dem Marktplatz mit dem Bau der Marienkirche begonnen. Diese ist der Stolz Stargards und diente als Vorbild für viele Bauten im südlichen Ostseeraum.
Außerhalb der Stadtmauern, in den vier Vororten, wurden im 14. und 15. Jh. folgende Kapellen errichtet (in der Regel an den Spitälern): St. Jürgen, zum Heiligen Geist, St. Gertrud, St. Jobst, St. Erasmus und St. Jakob sowie fünf Jerusalemkapellen. Keines dieser Bauwerke ist bis heute erhalten geblieben.
Im Stadtteil Kluczewo wurde im 15. Jh. eine Kirche erbaut, die heute dem Heiligen Kreuz geweiht ist.
Vom Ende des 15. Jh. bis zur Mitte des 19. Jh. sind in der Stadt keine neuen christlichen Gotteshäuser entstanden. Lediglich die bestehenden Bauwerke wurden ausgebaut bzw. nach aufeinanderfolgenden Zerstörungen restauriert. Dies war die Folge von Kriegen und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch Pommerns.
Die rasante Entwicklung Stargards nach 1850 ließ den Sakralbau wieder aufleben. In dieser Zeit entstanden die neugotischen Kirchen: St. Joseph (katholisch, nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen), zum Heiligen Geist, Verklärung des Herrn (heute polnisch-katholisch), die Christuskirche (heute die orthodoxe Kirche der Heiligen Apostel Petrus und Paulus) und Erlöserkirche (1947 abgebrannt) und das nach 1945 abgerissene Luther- Haus.    
In der polnischen Stadt Stargard wurden vier neue römisch-katholische Kirchen gebaut – die monumentale Kirche der Göttlichen Barmherzigkeit sowie Kirchen, die Christus, König des Universums, der Verklärung des Herrn, dem Heiligsten Herz Jesu geweiht sind, als auch die griechisch-katholische Kirche des Heiligen Josaphat Kunzewitsch und der neue Sitz der Pfingstkirche.
Wissenswert ist auch, dass sich hier ein Sühnekreuz aus dem Jahr 1542 befindet, das das größte in Polen und das zweitgrößte der Welt ist.